Ausflug in die jüngere Geschichte

Pressesprecher Joachim Behne stellte die politischen Rahmenbedingungen Deutschlands nach Ende des I. Weltkriegs dar, besonders die Lage in der zweiten Hälfte der 30er Jahre. Nachdem Hitler 1936 das entmilitarisierte Rheinland besetzen lies – entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrages – stiegen die Spannungen mit den westlichen Siegern des I. Weltkriegs. Um für seine aggressive Politik gegenüber der Tschechoslowakei und Polen den Rücken frei zu halten, brauchte er eine befestigte Westgrenze. „So kann auch eine Verteidigungslinie einer aggressiven Politik dienen“, erläuterte Behne.

Die Exkursion begann mit einer Führung durch das Museum „Hürtgenwald 1944 und im Frieden“ in Vossenack durch den Geschichtsverein Hürtgenwald e.V. Dort sammelten die Exkursionsteilnehmer nachhaltige Eindrücke von den blutigen und harten Kämpfen zwischen der US Armee und der Wehrmacht im Hürtgenwald zwischen September 1944 und Februar 1945. Dann wurde noch ein im Rahmen des Westwalls errichteter Sanitätsbunker besichtigt, der vom Geschichtsverein sorgfältig nach historischem Vorbild hergerichtet worden war.

Nachdem man sich in der reichhaltigen Gastronomie Simonskall gestärkt hatte, wurde als Beispiel für viele Bauwerke ein noch vorhandener Bunker für eine Infanteriegruppe im Gelände gezeigt sowie ein Abschnitt der markanten Panzerhindernisse in Form einer Höckerlinie, bekannt auch als „Drachenzähne“. Planung und Charakter des Westwalls, seine Baugeschichte, seine Auswirkungen auf die Bevölkerung, seine propagandistische Wirkung und die in den Kampfhandlungen der Jahre 1944/45 waren Thema.

Schließlich wurde die Rolle der mehr als 17.000 Objekte in der Nachkriegszeit erörtert. Vom anfänglichen Bestreben zum totalen Abbau bis zu den immer mehr Gewicht nehmenden Gesichtspunkten des Denkmalschutzes, der den verbliebenen kleinen Teil des Westwalls vor der Zerstörung rettet, hörten die Teilnehmer. Die zunehmende Bedeutung des Naturschutzes wurde betont, da die verblieben Teile des Westwalls ein Refugium für Tiere und Pflanzen geworden sind.

Am Schluss der Exkursion stand ein Besuch der Kriegsgräberstätte Hürtgenwald-Vossenack, der die blutigen Kämpfe und das menschliche Leid der damaligen Zeit deutlich machte. Mit der Erkenntnis, dass wir heute in einer vergleichsweise glücklichen Zeit leben, wurde die Exkursion beendet.

BfM-Mitglieder an Relikten des Westwalls (Foto: J. Brecht)

Pressemitteilung 12/2017 der Wählervereinigung Bürger für Meckenheim (BfM)